Gülle ansäuern: Wirksam, aber um welchen Preis?

Gülle ansäuern: Wirksam, aber um welchen Preis?

Die Reduktion von Ammoniakverlusten ist ein zentrales Thema in der modernen Landwirtschaft. Stickstoff ist teuer, wertvoll und empfindlich. Eine der bekanntesten Massnahmen, um Verluste zu reduzieren, ist die Ansäuerung der Gülle. Doch wie funktioniert sie und ist sie langfristig wirklich die beste Lösung?

Die Reduktion von Ammoniakverlusten ist ein zentrales Thema in der modernen Landwirtschaft. Stickstoff ist teuer, wertvoll und empfindlich. Eine der bekanntesten Massnahmen, um Verluste zu reduzieren, ist die Ansäuerung der Gülle. Doch wie funktioniert sie und ist sie langfristig wirklich die beste Lösung?

Hügellandschaft mit gemähten Feldern und kleiner Bauernhütte als Sinnbild für Güllemanagement in der Landwirtschaft.

Was bedeutet Gülle-Ansäuerung überhaupt?

Bei der Gülle-Ansäuerung wird der pH-Wert der Gülle gezielt gesenkt, meist durch die Zugabe von Schwefelsäure. Ziel ist es, das chemische Gleichgewicht zwischen Ammonium (NH₄⁺) und Ammoniak (NH₃) zugunsten des stabilen Ammoniums zu verschieben.

Der Hintergrund ist bekannt:

  • Ammonium bleibt in der Gülle gebunden und ist pflanzenverfügbar

  • Ammoniak ist gasförmig und entweicht in die Luft

  • je niedriger der pH-Wert, desto weniger Ammoniak entsteht

In der Theorie funktioniert das gut und auch in der Praxis lassen sich Ammoniakverluste so spürbar reduzieren, oft um 40–70 %, abhängig von System und Einsatzzeitpunkt.

Wie funktioniert das in der Praxis?

In der Praxis bedeutet Gülle-Ansäuerung:

  • Installation spezieller Technik am Güllelager oder Güllefass

  • Lagerung und Dosierung konzentrierter Säuren

  • permanente pH-Kontrolle

  • Schulung und Schutzmassnahmen für Anwender

Die Systeme sind technisch ausgereift. Doch sie sind komplex, kostenintensiv und nicht trivial im Betrieb.

Wo die Probleme beginnen

1. Hoher technischer und organisatorischer Aufwand

Ansäuerungssysteme erfordern:

  • zusätzliche Technik

  • regelmässige Wartung

  • exakte Dosierung

Das alles kostet Zeit, Aufmerksamkeit und Geld – insbesondere auf kleineren und mittleren Betrieben.


2. Sicherheitsrisiken im Alltag

Schwefelsäure ist kein harmloser Zusatzstoff:

  • stark ätzend

  • hohe Anforderungen an Lagerung und Arbeitssicherheit

  • erhöhtes Risiko bei Leckagen oder Fehlbedienung

Der sichere Umgang ist möglich, aber aufwendig und fehleranfällig.


3. Langfristige Folgen für den Boden

Was oft übersehen wird:

  • Die Säure verschwindet nicht einfach.

  • wiederholte Ausbringung kann zur Bodenversäuerung führen

  • pH-Absenkung im Boden beeinträchtigt Bodenleben und Nährstoffverfügbarkeit

  • als Gegenmassnahme ist Kalkung notwendig, ebenfalls kosten- und arbeitsintensiv

Unter dem Strich wird ein Problem häufig nur zeitlich verschoben.


4. Materialverschleiss und Folgekosten

Säuren greifen Materialien an:

  • höhere Korrosionsbelastung für Pumpen, Leitungen, Fässer

  • kürzere Lebensdauer von Technik

  • steigende Reparatur- und Ersatzkosten

Diese Kosten tauchen oft nicht sofort, sondern erst nach einigen Jahren auf.

Ein nüchterner Blick auf Kosten und Nutzen

Ja, Gülle-Ansäuerung reduziert Ammoniakverluste.
Aber:

  • sie ist teuer in der Anschaffung

  • teuer im Betrieb

  • und teuer in den indirekten Folgen

Viele Betriebe stellen sich deshalb die berechtigte Frage:

Gibt es eine einfachere, günstigere und weniger problematische Lösung?

Eine Alternative: Ammoniakverluste biologisch reduzieren

CASIBAC setzt hier mit einem anderen Prinzip an.

Statt den pH-Wert chemisch zu erzwingen, nutzt CASIBAC biologische Prozesse, die direkt in der Gülle ablaufen:

  • ausgewählte Bakterien nutzen Ammonium als Stickstoffquelle

  • Stickstoff wird vorübergehend in Biomasse gebunden

  • der pH-Anstieg wird verlangsamt

  • die Umwandlung zu Ammoniak wird deutlich reduziert und verzögert

Eigene Messungen zeigen eine Ammoniakreduktion von über 50 %, ohne:

  • Säuren

  • Spezialtechnik

  • Sicherheitsrisiken

  • Negative Folgen für den Boden

Fazit: Wirksamkeit ist nicht alles

Gülle-Ansäuerung ist kein falsches Konzept - sie funktioniert.
Doch sie ist teuer, komplex und mit Nebenwirkungen verbunden.

CASIBAC geht einen anderen Weg:

  • einfacher

  • kostengünstiger

  • biologisch

  • und näher am natürlichen Nährstoffkreislauf

Für viele Betriebe ist das nicht nur ökologisch sinnvoller, sondern vor allem wirtschaftlich vernünftiger.

Zuletzt aktualisiert am

31.01.2026

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